An öffentlichen Universitäten zahlst du aus der EU/dem EWR 178 € im Jahr für die Licence und 255 € für den Master, von außerhalb der EU 2.902 € und 3.950 € – plus 105 € CVEC (2026/27). Campus France zählt mehr als 3.500 Hochschulen, und seit 4. Mai 2026 kostet ein Essen in der CROUS-Mensa für alle Studierenden 1 €. Hier erfährst du, wie Parcoursup und Mon Master funktionieren, was ein CROUS-Zimmer kostet und wie viele Stunden du arbeiten darfst.

Die Auswahl in Frankreich ist riesig – Campus France, die staatliche Agentur, die für das Studium in Frankreich wirbt, zählt mehr als 3.500 öffentliche und private Hochschulen. Die wichtigsten Arten:
Insgesamt studieren in Frankreich 2,9 Millionen Menschen, 14 % davon kommen aus dem Ausland.
Das Studium ist im LMD-System (Licence – Master – Doctorat) organisiert, passend zum Bologna-Prozess:
Neben dem Weg über die Universität gibt es kürzere berufliche Abschlüsse, z. B. das BTS (brevet de technicien supérieur), und Vorbereitungsklassen (classes préparatoires, CPGE), nach denen man die Aufnahmeprüfungen für die Grandes écoles ablegt.
Das Studienjahr beginnt im September oder Oktober, die Sommerpause dauert mindestens zwei Monate. Im Studium wechseln sich Vorlesungen in großen Hörsälen (amphithéâtre) und Pflichtübungen in kleinen Gruppen ab, die Theorie und Praxis verbinden.
Frankreich – Bachelorstudiengänge
Frankreich – einstufige Studiengänge
Frankreich – Masterstudiengänge
Frankreich – Promotionsstudiengänge
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR bewerben sich genauso wie französische Studierende – über die unten beschriebenen nationalen Plattformen.
Erstes Jahr der Licence – Parcoursup. Alle Bewerbungen für das erste Jahr eines Bachelorstudiums laufen über die nationale Plattform Parcoursup. In der Runde 2026 galten diese Termine:
Prüf vor dem Start die Termine der Runde 2027 auf der Parcoursup-Website. Du lädst dein Schulabschlusszeugnis, deine Noten und eine Bescheinigung deiner Schule hoch; die Noten gibst du in der Notenskala des Landes an, in dem du zur Schule gegangen bist.
Master – Mon Master. Für das erste Jahr eines Masterstudiums bewirbst du dich über Mon Master (mehr als 3.500 Studiengänge). 2026 wurden Bewerbungen vom 17. Februar bis 16. März angenommen, die Hauptphase lief vom 3. bis 16. Juni und die Ergänzungsphase vom 19. Juni bis 19. Juli. Du kannst bis zu 15 Bewerbungen für reguläre Studiengänge und 15 für duale Studiengänge (alternance) abschicken.
Für das 2. und 3. Jahr der Licence und für die Promotion gibt es kein gemeinsames Verfahren – du bewirbst dich direkt an der Hochschule.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR, die in einem der 73 Länder und Gebiete leben, für die das Verfahren Études en France gilt, bewerben sich über die Online-Plattform von Campus France. Dort laufen sowohl die Bewerbungen an den Hochschulen als auch die Schritte bis zum Visum. Willst du mit einem ausländischen Schulabschluss ins erste Jahr der Licence einsteigen, stellst du meist einen Antrag auf Vorab-Zulassung (DAP) – für den Studienbeginn 2026 lief die Frist vom 1. Oktober bis 15. Dezember 2025. Fang also etwa ein Jahr vorher an.
Die meisten Studiengänge an Universitäten haben keine Aufnahmeprüfung – zugelassen wird auf Grundlage deiner Bewerbung über Parcoursup oder Mon Master: deiner Noten und der Unterlagen, die der Studiengang verlangt.
Härter ist es bei selektiven Studiengängen – in Vorbereitungsklassen (CPGE), Ingenieurschulen und Business Schools. Dort gibt es Tests, Gespräche oder Auswahlprüfungen (concours), und viele Grandes écoles erreicht man über die Vorbereitungsklassen. In Parcoursup kannst du dafür bis zu 10 Wünsche angeben. Kunst- und Architekturhochschulen haben eigene Aufnahmeprüfungen – die Termine findest du auf ihren Websites.
Hauptunterrichtssprache ist Französisch. Campus France empfiehlt für Licence und Master Niveau B1 oder B2, und laut Parcoursup ist meist B2 nötig – die genaue Anforderung hängt vom Studiengang ab. Bei einer Bewerbung über Parcoursup fügst du nur dann ein Zertifikat bei, wenn der Studiengang eines verlangt.
Deine Französischkenntnisse weist du meist mit einem DELF- oder DALF-Diplom oder dem Test TCF nach.
Die Zahl englischsprachiger Studiengänge wächst – Campus France zählt rund 1.600. Du findest sie im Katalog Taught in English. Für diese Studiengänge verlangen die Hochschulen meist IELTS oder TOEFL.
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR und der Schweiz brauchen weder Visum noch Aufenthaltstitel, um in Frankreich zu studieren oder ein Praktikum zu machen – Personalausweis oder Reisepass reichen. Campus France nennt zwei Bedingungen: Du brauchst eine Krankenversicherung und genug Geld für deinen Lebensunterhalt. Bist du in einem anderen EU-Land versichert, bring deine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit.
Vor der Einschreibung an deiner Hochschule zahlen alle Studierenden die CVEC (Beitrag für das studentische Leben und den Campus) auf cvec.etudiant.gouv.fr. Die Bescheinigung zeigst du bei der Einschreibung vor – auch wenn du von der Zahlung befreit bist.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR brauchen für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten ein Kurzzeitvisum. Bleibst du länger, brauchst du ein Langzeitvisum für Studierende, das als Aufenthaltstitel gilt (VLS-TS „étudiant“). Du beantragst es bei der französischen Botschaft oder dem Konsulat in deinem Land – in den 73 Ländern mit Études en France erst nach diesem Verfahren. Die Visumgebühr beträgt 60 €, und du musst mindestens 615 € im Monat für deinen Lebensunterhalt nachweisen. Innerhalb von 3 Monaten nach der Ankunft musst du dein VLS-TS online auf dem offiziellen Ausländerportal (administration-etrangers-en-france.interieur.gouv.fr) validieren. Das VLS-TS gilt bis zu einem Jahr; vor Ablauf beantragst du bei der Präfektur die Verlängerung oder eine mehrjährige Aufenthaltskarte.
Hinweis: Die 615 € im Monat stammen aus dem EU-Einwanderungsportal der Europäischen Kommission (ohne Jahresangabe), die VLS-TS-Seite von Campus France nennt keinen Betrag – prüf die aktuelle Anforderung vor dem Antrag beim französischen Konsulat.
Krankenversicherung: Studierende von außerhalb der EU melden sich nach der Einschreibung an ihrer Hochschule auf etudiant-etranger.ameli.fr bei der französischen Sozialversicherung an – die Anmeldung ist kostenlos.
An öffentlichen Universitäten legt der Staat die Gebühren fest. 2026/27 betragen sie:
Dazu zahlen alle Studierenden die CVEC – 105 € im Jahr 2026/27. Befreit sind unter anderem Stipendiatinnen und Stipendiaten (boursiers) und Austauschstudierende.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR zahlen differenzierte Gebühren: 2.902 € im Jahr für die Licence und 3.950 € für den Master (2026/27); für die Promotion gilt dieselbe Gebühr wie für EU-Studierende. Ab 1. September 2026 sind diese Gebühren an öffentlichen Universitäten verpflichtend, und die Universitäten dürfen nur einen begrenzten Teil der Studierenden von außerhalb der EU befreien (2026/27 höchstens 30 %). Manche Gruppen zahlen den niedrigeren Satz oder gar nichts, z. B. Geflüchtete, manche langjährig in Frankreich Ansässige und Inhaberinnen und Inhaber französischer Regierungsstipendien – die Details findest du bei Campus France.
Ingenieurschulen haben eigene, höhere Sätze, und private Hochschulen (darunter viele Business Schools) legen ihre Gebühren selbst fest – laut Campus France meist etwa 6.000 bis 18.000 € im Jahr oder sogar mehr.
Study in Europe schätzt, dass eine Studentin oder ein Student in Frankreich im Schnitt 800–1.200 € im Monat ausgibt. Am teuersten ist das Wohnen, vor allem in Paris. Laut Campus France kosten:
Ein Zimmer im CROUS-Wohnheim buchst du auf trouverunlogement.lescrous.fr – 2026 ab 7. Juli. Die Kaution darf nicht höher sein als eine Monatsmiete. Wohngeld (APL oder ALS) zahlt die CAF, und über das Programm Visale bekommst du eine Mietbürgschaft.
Worauf du dich bewerben kannst:
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR dürfen in Frankreich ohne Arbeitserlaubnis oder Aufenthaltstitel arbeiten. Campus France nennt eine Grenze von 964 Stunden im Jahr – laut Study in Europe sind das etwa 20 Stunden pro Woche.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR mit VLS-TS „étudiant“ oder einem Aufenthaltstitel für Studierende dürfen ebenfalls ohne gesonderte Erlaubnis arbeiten – bis zu 964 Stunden im Jahr (60 % einer Vollzeitstelle, also etwa 20 Stunden pro Woche). Überschreitest du diese Grenze, riskierst du deinen Aufenthaltstitel.
Für Nebenjobs ist gutes Französisch wichtig. Fang beim Career Office deiner Hochschule an. Denk auch an dein Studium – die Übungen in kleinen Gruppen sind Pflicht, also plan deine Arbeitszeiten um deinen Stundenplan herum.
Frankreich – warum dort arbeiten?
Wie finde ich einen Job im Ausland?
Quellen: Europäische Kommission – Study in Europe (education.ec.europa.eu/study-in-europe), Eurostat, offizielle nationale Studien- und Aufenthaltsportale und Behörden, Eurodesk, enic-naric.net, studiumineuropa.eu. Stand: September 2026.